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W E R  I S T  G O T T ?

Das ist wohl die nächste Frage, die wir uns stellen müssen. Zu erkennen, dass es Gott gibt, ist eine Sache. Eine andere Sache ist aber, anzuerkennen, dass Gott zu uns spricht - nicht nur in seiner Schöpfung - sondern auch durch sein Wort, der Bibel. Daraus erfahren wir, wie und wer Gott ist.

Auf diese unerhört wichtige Frage gibt uns die Bibel viele klare Antworten:

Gott ist Person. Gott ist nicht ein Ding, eine Kraft oder ein Gedanke. So wie er denkt, fühlt, wünscht und handelt, zeigt er sich als lebendiges Wesen. 

Gott ist Einer. Es gibt nur einen wahren Gott. Er sagt: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und ausser mir ist kein Gott.  

Gott ist Geist. Er hat keine menschliche Gestalt. Er hat keinen Körper und kein Aussehen, das man nach Grösse oder Form bestimmen könnte. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Gott ist also unsichtbar. Niemand hat Gott je gesehen. Das bedeutet aber auch, dass er nicht an Raum und Zeit gebunden ist, sondern dass er immer und überall zugleich ist. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt, spricht der Herr. Neben vielen anderen bedeutet dies, dass Gott über alles, was geschieht, Bescheid weiss. Nicht nur über alles, was Sie tun oder sagen, sondern auch über jeden Gedanken, der durch Ihren Kopf geht.

Gott ist ewig. Gott hat keinen Anfang und kein Ende. In Worten der Bibel ausgedrückt: Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Eine Zeit, in der Gott nicht existiert, hat es nie gegeben und wird es nie geben. Gott selbst stellt sich vor als der, der da ist und der da war und der da kommt. Und er bleibt für immer der Gleiche. Ich, der Herr, wandle mich nicht. Wie Gott gewesen ist, so ist er immer noch und so wird er immer sein.

Gott ist unabhängig. Jedes Lebewesen ist abhängig von anderen Lebewesen, von den Umständen und letztlich von Gott - aber Gott ist total unabhängig von seiner Schöpfung. Er könnte auch allein leben. Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen, wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt.

Gott ist heilig. Herr, wer ist dir gleich unter den Göttern? Wer ist dir gleich, der so mächtig, heilig, schrecklich, löblich und wundertätig ist? Gottes Heiligkeit ist unvergleichlich. Es ist niemand heilig wie der Herr. Er ist völlig ohne Fehler und Schwächen. Die Bibel sagt von ihm: Deine Augen sind zu rein, als dass du Böses ansehen konntest, und dem Jammer kannst du nicht zusehen. Und dieser heilige Gott verlangt von uns allen, dass wir auch heilig sein sollen. Seine Aufforderung an uns heute ist: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.

Gott ist gerecht. Die Bibel sagt: Der Herr ist ein Gott des Rechts. Wohl allen, die auf ihn harren. Gott ist nicht nur unser Schöpfer und Erhalter, er ist auch unser Richter, der belohnt und bestraft in Zeit und Ewigkeit mit einer vollkommenen und unwiderruflichen Gerechtigkeit.

Gott ist vollkommen. Sein Wissen ist vollkommen. Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloss und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen. Gott weiss alles über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, auch alle unsere Gedanken, Worte und Taten. Seine Weisheit ist vollkommen und übersteigt unser Verständnis. O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege!

Gott ist souverän. Er ist der einzige und oberste Herrscher der Welt, und er hat alles unter seiner Kontrolle. Alles, was er will, das tut er, im Himmel und auf Erden. Für Gott gibt es kein Versehen und keine Überraschung. Er ist es, der die Weltgeschichte schreibt, und der alles wirkt nach dem Ratschluss seines Willens. Gott braucht keine Beratung oder Zustimmung für das, was er sich vornimmt. Und keiner kann ihn davon abhalten, das zu tun, was ihm gefällt. Niemand kann seiner Hand wehren noch zu ihm sagen: Was machst du?

Gott ist allmächtig. Er spricht: Siehe, ich, der Herr, bin der Gott alles Fleisches, sollte mir etwas unmöglich sein? Das heisst nicht, dass Gott alles tun kann (er kann z.B. nicht lügen, sich nicht untreu werden, er kann keine Fehler machen, er kann nicht sündigen oder sich selbst verleugnen), aber er kann alles tun, was er tun will in Übereinstimmung mit seinem göttlichen Wesen.

Gott ist Liebe. Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Das Opfer des eigenen Sohnes ist der grösste Liebesbeweis des Schöpfers. 

Gott ist nicht dreigeteilt.
Im Rahmen meiner Masterarbeit konnte ich die Trinitätslehre untersuchen und bin zum Schluss gekommen, dass sie nicht biblisch ist. Mit dieser Meinung stehe ich zwar Recht einsam, doch ändert die Sachlage nichts an meinen Ergebnissen. Oft wird der Eindruck vermittelt, es handle sich um eine fundamentale biblische Wahrheit, welche es zu verteidigen gilt. Die Fakten in der Bibel zeigen uns aber ein differenzierteres Bild. Ausdrücke wie Trinität, Drei-einer Gott, Dreifaltigkeit, Drei Personen in einer Substanz, Zwei-Naturen-Lehre etc. werden in der Bibel nicht erwähnt. Erst mit dem Konzil 325 in Nicäa wurde die Gottheit Jesu Christi beschlossen von Kaiser Konstantin, welcher auf seinem vergoldeten Thron dem Konzil vorstand und diesen massgeblich beeinflusste. Vor dem Konzil war die Mehrheit der Christen Unitarier und nicht Trinitarier. Aus Sicht des Kaisers war es völlig legitim, den lange schwelenden Streit zwischen den Schulen in Antiochien und Alexandrien zu beenden. Hier spielen die Kirchenväter des zweiten und dritten Jahrhunderts eine entscheidende Rolle. Fast alle hatten einen philosophischen Hintergrund und waren die Wegbereiter für eine neue Lehre. Der jüdische Philosoph Philo interpretierte aus dem Johannesprolog den Logos als Abbild Gottes, woraus die christlichen Kirchenväter später die Logos-Christologie entwickelten. Der christliche Glaube wanderte damit aus dem alttestamentlich-jüdischen Denkgefüge aus und nahm mit der neuen Sprachgestalt auch neue Inhalte in sich auf. Der Streit zwischen Arius und Athanasius ist nur der vorläufige Abschluss eines Streites, bei welchem sich beide(!) Seiten aus der Werkzeugkiste des Neuplatonismus bedienten um ihre Gottesvorstellungen darzulegen. Der Versuch mit ein paar Versen (1Mo 1,26, Joh. 1.1, 8.58, Phil. 2,6) das Dogma in die Bibel zu projizieren gelingt nur oberflächlich. Es stehen in der Bibel mehr als zwanzigtausend Fürwörter und Verben in der Einzahl, die Einen Gott beschreiben. Es macht somit Sinn sich die einzelnen Verse im Originaltext anzusehen und zu interpretieren und nicht die gesamte Bibel auf den Kopf zu stellen. Für Jesus war es klar, wer der einzig wahre Gott ist (Joh. 17,3) und das der Messias der zweite Adam aus dem Hause Davids ist. Keine zweite Gottheit, sondern ein perfekter und sündloser Mensch (1Tim 2,5). Der Einwand wenn Jesus nicht Gott ist, gäbe es keine Erlösung, ist nicht biblisch. Jesus Christus ist der Mittler, welcher vom Vater bestimmt wurde die Sünden dieser Welt zu tragen. Es ist erstaunlich wie Paulus -mehr oder weniger- im Alleingang das gesamte römische Reich missionieren konnte ohne zuvor etwas von der Trinitätslehre gewusst zu haben. Die Ursache einer Personalisierung des Heiligen Geistes liegt u.a.in den vermittelnden Elementen der Substanzmetaphysik. Warum hat der Heilige Geist keinen Namen? Wieso wird er nicht angebetet, wenn er Wesensgleich mit Vater und Sohn sein soll? Der Vater giesst seinen Geist aus auf die Gemeinde. Seit wann können Personen ausgegossen werden? Wenn Paulus tatsächlich an die Trinität glaubte, warum werden immer Grüsse von Vater und Sohn geschickt und nie vom Heiligen Geist? Eine Änderung der Anzahl Götter, hätte unter den Juden zur Zeit Jesu eine Revolution ausgelöst. Das schemá (5Mo 6,4) hat weiterhin seine Gültigkeit und wurde von Jesus Christus bestätigt. Es geht nicht eine Über- oder Unterbewertung des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes, sondern um eine biblische Bewertung. Wenn wir unser Denken von der Kruste des historisch gewachsenen Dogmatismus befreien und die mangelnde biblische Beweislage nicht mit kreativen Interpretation füllen, kommen wir dem Wesen Gottes sicherlich viel näher. 

Das ist nur ein kurzer Aufriss von dem, was Gott in der Bibel über sein Wesen und seine Eigenschaften offenbart. Es gibt noch mehr Aussagen über Gott in der Bibel, und darüber hinaus gibt es vieles an ihm, was wir überhaupt nicht verstehen können. Der grosse Dinge tut, die nicht zu erforschen sind, und Wunder, die nicht zu zählen sind. Gott ist ausserhalb unserer Reichweite. Menschliche Vernunft und Überlegung kann diese Kluft nicht überbrücken. Das sollte uns kaum überraschen. Denn wenn wir Gott völlig erfassen könnten, wäre er nicht Gott.


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