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T Ü R K E I 

Allgemeine Informationen zur Westtürkei

Geschichtlich gesehen war die Westtürkei ständig ein Kriegsschauplatz von der Frühgeschichte bis zu den Weltkriegen der Neuzeit. Selbst in der heutigen Zeit hat die Türkei noch Konfliktpotential, besonders in Anatolien mit der Kurdischen Bevölkerung oder auch der Konflikt mit Zypern. 
Ein ursprünglich wesentlicher Punkt war sicherlich die strategische Bedeutung dieses Nadelöhrs auf dem zusammenhängenden Kontinent Eurasien. Als Handelsweg war zudem die Seidenstrasse von grosser Bedeutung. Als transkontinentale Handelsstrasse verband sie weite Teile Chinas mit Europa und entstand etwa im 5. Jahrhundert vor Christi. Des Weiteren diente es auch als Hauptumschlagplatz von Waren welche aus dem Osten kamen. Viele Mächte seinerzeit versuchten sich den Zugang zur Seidenstrasse zu sichern. Je nach Geschichtsepoche hatte eine andere Macht dieses Gebiet für sich beansprucht mit den entsprechenden militärischen Mitteln. 

In der Frühgeschichte (700 v. Chr.) besiedelten die Ionier und Dorer die Ägeisküste und gründeten Kolonien. Die Perser eroberten das Gebiet und gliederten es dem Perserreich an (500 v. Chr.). Alexander der Grosse schlug die Perser und gliederte das Gebiet dem Alexanderreich an (ca. 300 v. Chr.). Ca. 60 v. Chr. gehörten die Küstenregionen zum römischen Reich. Kaiser Konstantin machte Konstantinopel zum Sitz des oströmischen Reiches (324 n. Chr.). Das oströmische Reich endete mit dem Sieg der Osmanen in Konstantinopel (1453 n. Chr). 

Neben Seide wurden viele andere Waren über diese Handelsstrassen ausgetauscht. In Richtung China unter anderem Gold, Elfenbein, Edelsteine und Glas. In die andere Richtung vor allem Pelze, Keramik, Jade, Bronze, Lacke und Eisen. Hier erkennt man auch die wirtschaftliche Tragweite dieser Region. 

Kulturelle Einflüsse auf die Westtürkei kamen durch den Kontakt mit Menschen anderer Kulturen zustande, welche ihre Waren nach Kleinasien brachten. Der weitaus grössere Einfluss war sicherlich der ständige Wechsel der Herrscher über das Land. Der vorchristliche Einfluss der Hethiter, Perser, Ionier, der frühchristliche Einfluss der Römer und Byzantiner, sowie der Einfluss der verschiedenen Turkmenenvölker formte aus der heutigen Türkei einen Vielvölkerstaat. Der Republikgründer Atatürk versuchte mit seiner Politik ein türkisches Volk zu formen indem er gesellschaftliche Strukturen umgebaut hatte (Frauenwahlrecht, christliche Zeitrechnung, lateinisches Alphabet, italienisches Strafrecht, deutsches Handelsrecht, Schweizer Zivilrecht, türkische Einheitssprache etc.). Einen weltweit bekannten Dichter hat die Region auch hervorgebracht. Homer, ein weltbekannter Dichter der griechischen Antike und Schöpfer der abendländischen Literatur, wurde in Izmir (Smyrna) geboren. 

Der Transfer technischer Errungenschaften, kultureller Güter oder Ideologien geschah weniger absichtlich und langfristiger als der Austausch von Waren. Fernreisen aller Art, ob aus kommerziellen, politischen, diplomatischen oder missionarischen Gründen, stimulierten den kulturellen Austausch zwischen verschiedenen Gesellschaften. Lieder, Geschichten, religiöse Ideen, philosophische Ansichten und wissenschaftliches Wissen kursierten unter den Reisenden. Zudem fand durch die Einführung neuer Nahrungsmittel auch ein agrikultureller Austausch statt. Bedeutende Techniken wie die Papierherstellung und der Buchdruck, chemische Prozesse wie die Destillation, sowie effizientere Pferdegeschirre und der Steigbügel wurden über Asien verbreitet.

Geografisch ist die Türkei in vielerlei Dingen speziell. Es erstreckt sich über 2 Kontinente und bildet somit auch mit seinem Staatsgebiet eine Brücke zwischen Europa und Asien. Anatolien ist der Asiatische Teil der Türkei und macht ca. 97% der Staatsfläche aus, wobei der europäische Teil das östliche Thrakien bildet. Durch Plattenbewegungen in dieser Region ist die Türkei stark Erdbebengefährdet. Die Bevölkerung muss jederzeit darauf vorbereitet sein, dass die Erde sich wieder in Bewegung setzt. 

In der Türkei befinden sich auch 2 biblische Flüsse: Euphrat und Tigris, welche wahrscheinlich vom Garten Eden ausgingen . Eine weitere Besonderheit ist der Berg Ararat auf dem Noah mit seiner Arche wider Land erreichte . Des Weiteren befinden sich die Sieben Gemeinden aus dem Sendschreiben in der Region. Viele weitere biblische Stätten befinden sich ebenfalls in der Türkei. 
Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Wahl der Region für die Verbreitung des Evangeliums sehr gut ausgewählt wurde. Die Region bildet die Brücke zum Eurasischen Kontinent und biete so die Möglichkeit sich einerseits Richtung Europa und andererseits Richtung Naher Oster und Asien auszubreiten. Zudem konnten die Seewege Richtung Rom, Jerusalem, Zypern etc. für die Verbreitung des Evangeliums genutzt werden. 


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