Deutsch | Crnogorski      

 

REISEN

Türkei

Allgemeines

7 Gemeinden

Bilder

Video


T Ü R K E I 

Reise zu den sieben Gemeinden in Kleinasien

Geschichtliche Höhepunkte waren generell die Bauten der Antike. Vor mehr als 2000 Jahren kannten die Menschen schon Latrinen. Es gab Kanalisationen und sogar Bodenheizungen. Die Präzisen arbeiten an den Bauwerken sind auch aus heutiger Sicht beeindruckend. Zahlreiche Mosaiken schmückten die Böden, sowie aufwändige Verzierungen die Säulen. 

In Ephesus war die Celsus-Bibliothek mit ihrer aufwändigen zweigeschossigen Fassade sehr beeindruckend. Die 11 Meter Breite Strasse, welche zum Hafen führte, war komplett gepflastert. Die Breite entspräche fast einer vierspurigen Autobahn. Ein weiteres Highlight war das grosse Theater von Ephesus. Nicht nur wegen dem Fassungsvermögen von 24'000 Menschen, sondern vor allem durch die Erwähnung in der Apostelgeschichte als Paulus das erste Mal in Ephesus war. Die Badekultur der Ephesier in den grossen Bad-Gymnasium-Komplexen zeigte, dass die Menschen sich auch damals zu entspannen wussten. Die vielen heissen Quellen in der Region wurden so über z.T. weite Kanäle an die Badeorte transportiert. 

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Bedeutung von Ephesus als drittes gesamtkirchliches (ökumenisches) Konzil im Jahre 431 n. Chr. Das Konzil führte u.a. zur Abspaltung der Assyrischen Kirche des Ostens. 

Der Artemistempel war leider vollständig zerstört, doch allein der Gedanke es handelte sich um eines der sieben Weltwunder lässt einen nicht unbeeindruckt. Die schwierige Konstruktion des auf 127 Säulen stehenden Tempels, welche in 120 Jahren Bauzeit erfolgte, war eine technische Meisterleistung. Besonders wenn man bedenkt, dass dies 560 v. Chr. erfolgte. 

Oberhalb des Artemistempels befand sich die Johanneskirche. Einer 130 Meter langen Kreuzkuppelbasilika, die von Kaiser Justinian im 6. Jahrhundert n Chr. an der Stelle einer älteren, wesentlich kleineren Kirche errichtet worden war. Unter dem Altar befand sich eine Grabkammer, in der nach der Überlieferung der Apostel und Evangelist Johannes begraben wurde. 

Vermischung von heidnischen Bräuchen und christlichen Bauwerken konnte man in Pergamon besichtigen. In einem Querbalken waren die Köpfe von 2 der 3 Medusen eingearbeitet. Man schütze  auf diese Weise die christlichen Gebäude mit Gestalten aus der griechischen Mythologie um die Menschen vor Plünderungen abzuhalten. 

Das Gebiet um Kleinasien ist sehr gebirgig. Im Zentrum der Halbinsel befindet sich ein ausgedehntes Plateau. Das pontische Gebirge im Norden und die Tauruskette im Süden schirmen das Gebiet gegen Regen ab, abgesehen von einer kurzen Periode im Winter. Man kann sich nur ansatzweise Vorstellen welche Strapazen Paulus auf sich genommen hatte um in diese Gegenden das Evangelium zu verkündigen. Eine geografische Besonderheit war sicherlich die Lage von Ephesus. Eine Stadt, welche vor 2000 Jahren über einen Meerzugang verfügte. Im Laufe der Zeit zog sich das Meer 10 km zurück. Die Gebirge in der Region sind sehr grün. Dies hängt sicherlich auch mit der Nähe zum Meer zusammen. 

Eine Besonderheit waren sicherlich die Kalkinterterrassen in Pamukkale. Die kalkhaltigen Thermalquellen formten eine bizarre weisse Landschaft aus dem aus Wasser ausgeschiedenen Kalk. Die Menge Kalk welche pro Tag freigesetzt wird beträgt 48 Tonnen. Das Thermalwasser, welches oberhalb der Terrassen herunter fliesst fördert die Gesundheit und wird rege genutzt. Das Barfusslaufen über die Kalkterrassen ist Pflicht. 

Ein weiteres Highlight war die Teppichknüpferei. Wir konnten hautnah miterleben, wie aus den Grundstoffen Wolle und Seide Teppiche hergestellt wurden. Besonders beeindruckend war das ziehen der Seidenfäden auf traditionelle Weise. Hierbei war auch die Zugfestigkeit der zusammen gesponnenen Fäden sehr beeindruckend. Die hohe Farbbrillianz der Seidenteppiche, sowie die lange Dauer zur Erstellung eines einzigen Teppichs zeigt auch die Bedeutung dieser weltweit geschätzten Handwerkskunst. 

Das viel Handel getrieben wurde in der Geschichte ist auch heute noch spürbar. Überall wird gehandelt und gefeilscht. Hautnah konnten wir dies in der Teppichknüpferei in Pammukale erleben. Das ursprünglich als informatives Gespräch verwandelte sich sehr schnell in ein Verkaufsgespräch. Die Türken sind sehr freundlich und geschäftig. Kein Teppich war ihnen zu schade auszurollen und zu präsentieren. 

Interessant waren all die geschichtlichen Zusammenhänge, welche wir in dieser einen Woche erfahren konnten. Der Einfluss der verschieden Mächte in allen Epochen, hatte auch in Kleinasien seine Spuren hinterlassen. Einen wesentlichen Einfluss hatten sicherlich die Römer, mit all ihren Bauten und kulturellen Errungenschaften. Der Einfluss ist zum Teil noch heute spürbar. Das türkische Bad ist ein Erbe der römischen Badekultur. Die Römer verhalfen u.a. Kleinasien zu kulturellen und historischen Entwicklung. Dies galt auch für die Entwicklung der verschiedenen Industriezweige. 
Die biblischen Zusammenhänge waren natürlich besonders spannend. Wann hat man schon die Möglichkeit mit seinem Neuen Testament die Orte zu besuchen, welche in diesem Buch beschrieben wurden. Ob es das grosse Theater von Ephesus ist wo eine Aufruhr gegen Paulus entstand oder Milet wo Paulus seine Abschiedsrede hielt, bevor er nach Jerusalem zog. Zwischen uns und Paulus steckte nur die zeitliche Dimension. Das bildliche vor Auge führen von Situationen, welche sich vor ca. 2000 Jahren an diesen Orten ereigneten, lässt einem die ganze Tragweite dieser Ereignisse noch etwas näher erscheinen.


Links | Kontakt | Privat | Bookmark