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Paulusspuren
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T Ü R K E I
Paulusspuren
Reisebericht
Paulus
Das Jahr 2008 wurde als Jahr des Apostel Paulus
ausgerufen. Dieser Mann, welcher im Alleingang das römische Reich
missionierte und vielerorts das Christentum brachte ist einer der
Eckpfeiler der Urkirche. Ursprünglich ein Christenverfolger wurde er
durch eine göttliche Offenbarung auf dem Weg nach Damaskus zum Werkzeug
Gottes. Paulus hatte keine Beziehung zu Jesus Christus, diese änderte
sich mit seiner Bekehrung. Seine Beweggründe und Werdegang für die
Zeit nach Damaskus bis zur Hinrichtung zur verstehen, ohne sein
Gottesverhältnis zu berücksichtigen, wäre sinnlos. Die versuche der
Entmytholigisierung des Glaubens oder die historisch-kritische
Betrachtung befriedigen bestenfalls das eigene Weltbild, werden aber in
diesem Zusammenhang zu keinem brauchbaren Ergebnis führen. Denn
wie er selber sagte, verdanke er alles seiner Offenbarung durch Jesus
Christus (Gal. 1,12)
Reiseroute
Die geplante Route führte uns auf die erste Missionsreise des Apostel
Paulus. In Antalya am späten Abend gelandet, wurden wir zuerst vom
Organisator der Reise -Oktogon- in Empfang genommen. Wir übernachteten
in Antalya.
Perge
Am nächsten morgen führen wir ins Inland nach Perge. Dort befand sich
das antike Theater von Perge, das beachtliche 14.000 Zuschauer fasste und zu den grössten seiner Art gehört. Die Hälfte des Bühnengebäudes ist in voller Höhe erhalten; man sieht noch Teile der früheren Ausstattung mit Marmor-Friesen und Reliefs, Wandverkleidungen und Nischen mit Statuen.
Die obersten Sitzreihen bieten einen prächtigen Rundblick über die gesamte Ruinenstadt und ihre Umgebung. Ursprünglich befand dort oben eine umlaufende Arkadengalerie.
Der grössere Rest der Stadt liegt hinter eindrucksvollen Befestigungsmauern. Sie wurden im dritten vorchristlichen Jahrhundert erbaut. Hinter deren ersten ovalen Türmen öffnen sich die breiten und langen Kolonnaden.
Auf der grossen Agora steht der Rundtempel der Glücksgöttin Tyche. Stadteinwärts folgen Palastruinen aus der Kaiserzeit und die grosse Palaestra, die Teil eines grossen Gymnasions ist. Dieses Gebäude ist das älteste ausserhalb der ursprünglichen Stadtmauer.
Beim Westtor liegen die Thermen – auch ein Aquädukt ist zu sehen. Wir
führen weiter ins Inland Richtung Edigir zum gleichnamigen See.
In Perge trennten sich die Wege. Markus ging zurück nach Jerusalem
wobei Paulus und Barnabas die Missionsreise fortfuhren. Der Grund der
Trennung ist unbekannt. Das der 2. Evangelist und Vetter des Barnabas
den Konflikt mit Paulus begrub wird in den späteren Briefen
deutlich
(Kol. 4,10 / 2. Tim. 4,11)
Antiochia in Pisidien
Weiterfahrt auf den Spuren der 1. Missionsreise nach Antiochia in Pisidien.
Dort besichtigten wir die antiken Stätte. Sehenswürdigkeiten sind die Ruinen der Akropolispropyläen,
ein Aquädukt, ein Zeus- bzw. Augustustempel sowie zwei byzantinische Basiliken.
Wir fuhren weiter, vorbei an Konya/Ikonion, entlang der alten Seidenstrasse. Unterwegs Besichtigung einer
Karavanserei–Ruine.
Paulus predigte das Wort in Antiochien. "Das Wort des Herrn ward
ausgebreitet durch die ganze Gegend." ( Apg. 13.49). Paulus und
Barnabas wurden aus der Stadt verjagt. Sie gingen weiter nach Ikonion
und predigten das Wort. Dort hetzte man die Menge gegen sie auf und
steinigte Paulus. Er wurde aus der Stadt geschleift in der Annahme das
er Tod sei. In Lystra heilte Paulus noch einen Lahmen. (Apg. 14)
Kappadokien
Im Herzen Anatoliens befindet sich eine einmalige bizarre Tufflandschaft. Die Menschen in frühchristlicher Zeit gruben aus diesem Tuff Wohnungen und herrliche Kirchen. Wir
besuchten die Höhlenkirchen von Göreme, die mit UNESCO-Hilfe restauriert werden.
Die Unesco erklärte das gesamte Gebiet im Jahre 1986 zum Weltkulturerbe.
Wir
schlenderten durch das Dorf Uçhisar und liessen uns von dieser mystischen Landschaft verzaubern.
Fotografen kommen voll auf ihre Kosten. Diese Landschaft ist
atemberaubend. Wein und Handarbeiten in der Region sind sehr bekannt. Beim Besuch einer Teppichknüpferei
lernten wir etwas vom einheimischen Handwerk kennen. Abends genossen wir
noch eine Tanz-Aufführung der Derwische, einer muslimischen-asketischen Ordensgemeinschaft.
Paulus und Barnabas zogen weiter nach Derbe. Sie setzen überall in den neu gegründeten Gemeinden Älteste ein und kehren dann für längere Zeit nach Antiochia zurück.
(Apg. 14,20b-28)
Taurusgebirge
Zuerst besuchten eine unterirdische Stadt in Derinkuyu. Es ist die
grösste unterirdische Stadt in der einmal angeblich bis zu 20.000
Menschen lebten. Bisher wurden 8 Stockwerke entdeckt, man vermutet aber, das noch weitere vorhanden sind. Wie in einer normalen Stadt, so waren auch in den unterirdischen Städten Wohnhäuser, Werkstätten, Ställe, Gemeinschaftsräume, Klöster und Kirchen zu finden. Jeder einzelne Raum wurde durch ein ausgeklügeltes aus mehreren Schächten bestehendes Belüftungssystem erfasst.
In der Türkei liegen über 200 unterirdische Städte in denen bis zu
1000 unteriridische Kirchen waren. Bis zu zwölf Stockwerke tief reichen sie in den weichen Tuffstein
Kappadokiens. Kaum vorstellbar, dass in den Städten einmal bis zu 1,2 Millionen Menschen tief unter der Erde gelebt haben.
Dann führen wir weiter durch
das Taurusgebirge Richtung Küste. Vorbei an der «Kilikischen Pforte»,
welchen einen Pass durch das Taurusgebirge schlägt, erreichten wir
Antakya nahe der syrischen Grenze. Die Fahrt dauerte recht lang und
erschöpft kamen wir in Antakya/Antiochien an. Nachtessen und Übernachtung in Antakya.
Antakya (biblisch: Antiochien in Syrien)
Wir besuchten das archäologische Museum mit einer der bedeutendsten Sammlungen römischer Mosaike.
Anschliessend besuchten wir Petrus-Grotte. Sie ist etwas ausserhalb an einem Berghang. Sie wurde vom Vatikan offiziell zur ältesten Kirche der Christenheit erklärt.
Die Petrus-Grotte ist eine Höhlenkirche. Es ist die einzige in Antiochia verbliebene christliche Spur aus der Antike.
Der Evangelist Lukas soll diese Höhlenkirche gegründet haben, benannt ist sie jedoch nach Petrus, der die Christianisierung Kleinasiens von Antiochia aus an vorderster Front betrieb.
Nach der Überlieferung versammelte sich hier die erste christliche Gemeinde um Paulus, Barnabas, Petrus und dann um die ersten Bischöfe der Stadt. (Apg 11,19)
Am Mittag besuchten wir die christliche Gemeinde in Iskenderun.
Tarsus
Wir führen weiter nach Tarsus, der Geburtsstadt von Paulus. Diese
ehemalige Hafenstadt war damals ein bedeutendes Handelszentrum mit einer grösseren jüdischen Diaspora-Gemeinde, wie es sie in vielen Küstenstädten des Mittelmeerraums gab.
Wir besichtigten die Ausgrabungen einer römischen Strasse und des
Paulusbrunnen.
Silifke
Wir führen lange durch sehr kurvenreiche Strassen die Küsten entlang nach Antalya.
Nach einer anstrengenden Fahrt kamen wir nach insgesamt ca. 2000 km mit
dem Bus am Ausgangspunkt unserer Reise an.
Antalya
Am letzten Tag hatten wir freies Programm und besichtigten die Küste
und einen Basar. Dann ging es zurück in die Heimat.
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